Start Vollzeitschulen Berufliches Gymnasium Weimar in Gefahr! 13. Jahrgang auf Kursfahrt
08 | 09 | 2010
Weimar in Gefahr! 13. Jahrgang auf Kursfahrt
Geschrieben von: Nicole Gostkowski & Caroline Pust   

Es waren einmal der LK Deutsch und der GK Gmk der Gesundheitsklassen 13a & 13b, die eine Reise in die Dichterstadt Weimar wagten. Die 25 hochmotivierten Schülerinnen und Schüler in Begleitung von Herrn Kohlmorgen und Herrn Krüger sollten 5 unvergessliche Tage gemeinsam verbringen. Vom 7. bis 11. September 2009 machten wir allesamt die Kulturstadt Europas unsicher.

 

Das Grauen begann um 8 Uhr morgens, als sich 25 erwartungsvolle und extrem müde Gesichter mit schwerem Gepäck am Bahnhof in Bad Oldesloe versammelten.

Doch wer hätte je geahnt, dass diese chaotische Truppe, angeführt von dem besten KK-Duo, das eine Lehrerschaft je gebildet hatte, die wohl sagenhafteste Klassenfahrt ihres Lebens erleben würden.Nach einer Zugfahrt der ganz besonderen Art schien das Glück der charismatischen 27-köpfigen Gruppe nahezu perfekt. Als dann auch noch das Wetter in Weimar sich von seiner besten Seite zu zeigen schien, wurde allen schnell bewusst, dass es jetzt noch kaum besser werden könnte.Schon beim Anblick des Einganges unserer "Herberge" wurde uns der Überdruss schlagartig bewusst, der auf uns zukommen sollte. Doch als dann alle ihre Zimmer betraten, konnte man jedem einzelnen Schüler die Fassungslosigkeit von seinem Gesicht ablesen.

In einer wundervollen Stadt mit atemberaubendem Wetter, Hotelzimmern, die nicht einmal ansatzweise mit den gewohnten Jugendherbergen vergleichbar waren, und weit weg von zu Hause schien das Urteil der charismatischen Gruppe unwiederbringlich. Ab diesem Augenblick war nur noch eines zu tun, kurze Hosen, weiße Tennissocken, passende Ledersandalen, Gürteltasche anziehen und das in den Genen vorprogrammierte Touristenprogramm aufrufen. Die Klassenfahrt konnte nun beginnen.Jeden Morgen wurden wir mit einem üppigen Frühstück überrascht. Und die Supermärkte rund um unsere Bleibe versorgten uns mit notwendigem Proviant. Noch am selben Tag sollten wir mit einem regelrechten Kulturschub geputscht werden.Das erste Ziel war der Goetheplatz, wo unsere freundliche Stadtführerin Paki wartete, um mit dem Rundgang durch das „Weltdorf Weimar“ zu beginnen. Wir sahen unter anderem Goethes Wohnhaus, das Schlossmuseum, das Rathaus, das bekannte Hotel Elephant, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, die Bauhaus-Universität, Schillers Wohnhaus und Goethes Gartenhaus.

Ein ebenfalls besonderes Erlebnis war am nächsten Tag der Besuch im Deutschen Nationaltheater. Am frühen Morgen machten wir einen erstaunlichen Rundgang durch das Theater und konnten somit erforschen, welch komplexes System sich hinter den bordeauxroten Vorhängen abspielt. Am selben Abend wurde uns die Ehre zuteil, Heiner Müllers „Quartett“ anzusehen. Auch wenn das etwas alternative Stück einigen Zuschauern buchstäblich die Sprache verschlagen hatte, war am Ende auch dieser Abend ein sehr gelungener gewesen. So hatten wir dank unseres KK-Duos jeden Tag ein ansehnliches Programm und nichtsdestotrotz viel Freizeit.

Den Frauen war es vergönnt, die Fußgängerzonen und das große Einkaufszentrum "Weimar Atrium" zu stürmen. Auch das zählt bedauerlicherweise zu dem einprogrammierten Touristenverhalten. Ebenso die ganz Gemütlichen konnten sich in ihren Hotelzimmern auf die faule Haut legen und Fernsehen gucken. Somit konnte jeder seinen Urinstinkten nachgehen.

Abends gingen wir zusammen in die Pizzeria oder ins Texas, das langsam aber sicher zu unserem Insider-Restaurant wurde. Natürlich wurde auch das Nachtleben in Weimar erforscht und so gingen einige von uns in den Studentenclub Kasseturm und mischten diesen Treff bisschen auf.Außerdem erfuhren wir während des Spazierganges zu den Wohn- und Wirkungsstätten etwas über die Weimarer Klassik und über Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, die im 18. Jahrhundert dort lebten.

Besonders unvergesslich wird wohl auch die kräfte- und nervenzehrende, extrem lange, und hier ist wirklich die Rede von einer extrem langen Stadtwanderung, mit dem wohl erstaunlichsten Stadtführer Weimars bleiben. Mit einer solch fesselnden und lebendigen Erzählweise, dass das Unmögliche real geworden ist, ein Schüler ist tatsächlich im Stehen bei 30 Grad mitten in der Stadt eingeschlafen. Die Wunder Weimars können einfach jeden treffen.

Am vorletzten Tag besuchten wir die Gedenkstätte Buchenwald, die uns alle sehr nachdenklich machte. Die Führung wurde mit einem Film über das ehemalige Konzentrationslager eingeleitet. Danach begann der Rundgang über das Gelände. Zum Schluss besuchten wir eine Bilderausstellung, die uns einen Einblick in die NS-Verbrechen und in das Bestehen dieses Lagers gab. Nach einer abschließenden Diskussion erkannte die Gruppe, dass es wichtig und vor allem richtig gewesen ist, diese Dinge der Vergangenheit zu sehen. Einerseits um besser versuchen zu können, sie zu verstehen und andererseits, um das Geschehene nicht zu vergessen.

Spaziergänge von den frühen Morgenstunden bis zum Nachmittag bildeten also die Regelmäßigkeit auf der Studienfahrt. Außerhalb unseres Programms wurde meist nur mit dem Bus gefahren, der in dieser Woche zu unserem Hauptverkehrsmittel wurde.  Nach vier fantastischen Tagen begab sich die charismatische 27-köpfige Truppe auf ihren Heimweg aus einer hinreißenden Stadt. Das Touristenprogramm wurde noch am selben Abend heruntergefahren, die weißen Tennissocken mit Ledersandalen sorgfältig eingepackt und auf eine reibungslose Rückfahrt gehofft.

Denn wie gewohnt konnte mit unserem fantastischen KK-Duo an unserer Seite rein gar nichts schief laufen. Und vor allen Dingen nicht am letzten Tag. Na ja, bis auf die Tatsache, dass sich unser erster Zug dermaßen verspätete und wir daraufhin den nächsten und dann den nächsten verpassten. Aber dennoch, ganz abgesehen von einigen unwichtigen Kleinigkeiten, wie dem ewigen Warten auf den anschließenden Zug oder den geplatzten Reservierungen und dem fast verpassten ICE-Zug am Ende, lief die Rückfahrt reibungslos. Doch, was wäre eine unvergessliche Klassenfahrt ohne einen noch unvergesslicheren Abschluss.