Start Vollzeitschulen BFS III Kanufahrt BFS-KA09
08 | 09 | 2010
Kanufahrt BFS-KA09
Geschrieben von: Julian Weidner, Tim Sievers, Niels Peters   

Die Kanufahrt der BFS-KA09 [TKA] 

Es war einmal ein Dienstagmorgen und eine Truppe, die KA.09 - deren Name ward bekannt auf allen Weltenmeeren, machte sich mit Schiffsmaat Schelzig und Käpt´n Krüger voller Euphorie und Tatendrang auf den beschwerlichen Weg nach "Port Raisdorf". Um dieses Ziel zu erreichen, hatte die Mannschaft sich einer der größten Gefahren auf Erden zu stellen, den unheilbringenden Gewässern der Schwentine.

Doch bevor es mit der Reise überhaupt losgehen konnte, musste sich das Gefolge um Käpt’n Krüger und Schiffsmaat Schelzig auf den Weg zum Ankerplatz der Flotte begeben. Per Pferdewagen wurde eine gar unmenschliche Last befördert, die Pferde stöhnten laut unter der Last und der gesamte Trupp platzierte sich dazwischen. Nach einem langen Marsch durch einen irreführenden dunklen und dichten Wald fanden wir  endlich doch unser Ziel – das weit bekannte Adelshaus mit dem Namen „Kanuverleih Segelschule Plön“. Das Gefolge wurde auf die Boote verteilt und unsere Reise konnte beginnen.

21 Seemeilen auf den gefährlichsten Gewässern in unseren Landen standen uns bevor. Wir kämpften gegen Seeungeheuer, Sturmfluten, Hungersnöte und gegen das "Quengeln und Quietschen" unserer weiblichen Besatzung. Wir hielten uns durch gemeinsames Singen, dem aktuellsten Tratsch der neuesten Trends und ausreichend Proviant über Wasser.

Ein Teil unserer Truppe ließ sich wiederholt von dem Gesang einer Meerjungfrau auf weites Gewässer hinaus- locken und kam vom Kurs ab. Ein anderer Teil unserer Mannschaft ließ sich in Ehrfurcht vor enternden Piraten und den damit verbundenem Schiffsbruch vom Weg abbringen und steuerte hilflos auf seichtes Gewässer zu. Der Rest der Flotte beschloss einen Hilfstrupp hinauszuschicken, um die gestrandete Mannschaft aus ihrer Seenot zu befreien. Doch dieser Plan scheiterte aufgrund von Schadenfreude und Erschöpfung. Nachdem besagte Mannschaft einen Landgang hinter sich brachte und ihr Boot neu ausgerichtet hatte, führten wir unsere Fahrt gen Port Raisdorf fort.

Einige der Besatzungsmitglieder preschten unangefochten nach vorne und feierten ihren Etappensieg mit dem Verweilen auf einer Brücke. Nach kurzer Aufenthaltsdauer sah die meuternde Mannschaft am Ende des Horizonts die restlichen Verbliebenen ihrer Flotte. Die meuternde Mannschaft stach angesichts der nahenden Flotte wieder in See und setzte ihre Segel mit dem Ziel Port Raisdorf in den Wind. Nach weiteren bezwungenen Seemeilen setzte die Mannschaft in Begleitung der restlichen Flotte am nächsten Pier zum Ankern an. Verglichen mit dem Einsperren unter Deck, wurde die meuternde Mannschaft auf verschiedene Boote aufgeteilt, um den erschöpften Mannschaftsmitgliedern die sichere Überfahrt nach Port Raisdorf zu gewähren. Getrieben von dem Ehrgeiz bei den weiblichen Besatzungsmitgliedern Eindruck zu schinden, übernahm sich die gesamte Flotte und man sah nur noch sich drehende Boote gefangen in einem Strudel der Verzweiflung. Noch Jahre später sollte die Saga von den plötzlich auftretenden Strudeln in der Schwentine, die Boote zum Drehen brachten von Augenzeugen erzählt werden.

Nachdem auch diese Hindernisse überwunden waren und weitere Seemeilen ins Land gingen, bekamen drei Mannschaften der Flotte den Auftrag an der Brücke von Port Raisdorf Halt zu machen, um hier ihre Reise zu beenden. Mit dem Auftrag im Kopf setzten die beiden Mannschaften eifrig ihre Reise zum Ziel fort. Trotz sich drehender Boote, Hungersnöten, nachlassender Kraft und Koordinationsschwierigkeiten auf den Booten erreichten die beiden Mannschaften ihr Ziel. Völlig kraftlos und erschöpft warteten die drei Mannschaften auf den Rest der Flotte, doch zum wiederholten Male wurden die Besatzungen enttäuscht. Einer unserer Truppenmitglieder ging an Land, um auf einer Brücke nach dem Rest der Flotte zu spähen. Am anderen Ende des Gewässers entdeckte er Handzeichen und nahm lautes Gebrüll und Gelächter war. Schnell erkannten die Mannschaften, dass sie in ihrem Eifer zu weit gefahren waren und mussten alle ihre Kräfte sammeln, um den Weg zurück zum eigentlichen "Port Raisdorf" zu schaffen.

Nach kurzer Zeit des Verweilens wurden die einzelnen Mannschaften von ihren Qualen befreit und fuhren von "Port Raisdorf" mit Pferdekarren zu einer mit Heu ausgelegten Taverne. Dort angekommen, versorgte der Verpflegungstrupp den Rest der Mannschaft mit Speis und Trank. Alle versammelten sich zum gemeinsamen Umtrunk in einer für diese Flottenstärke nicht ausgelegten Messe. Nach dieser kräftigen Stärkung gab es einige interne Kämpfe von Matrosen und Matrosinnen um die besten Schlafplätze, wobei einige auch K.O. gingen.Nachdem die Schlafplätze vergeben waren und der stärkste Kämpfer aus dem Pulk der Buhlenden hervorgegangen war, versammelte sich die gesamte Mannschaft vor einem großen Lagerfeuer, an dem der Minnesänger unter ihnen den Abend mit lieblichen Klängen und harmonischem Beisammensein ausklinken ließ.